Die “NZZ am Sonntag” schlug Alarm: Ein neues Berner Lehrmittel für Volksschulen sei kreationistisch gefärbt, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Evolution würden der biblischen Schöpfungslehre gleichwertig gegenübergestellt. Wie der “Tagesanzeiger” nun berichtet, habe die Berner Erziehungsdirektion reagiert: Ein umstrittenes Papier zur Schöpfungslehre werde überarbeitet.
Auch in Deutschland ist man offenbar gezwungen, sich immer deutlicher mit Kreationismus als Phänomen zu beschäftigen. Unter anderem beschäftigte sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf ihrer diesjährigen Synode in Dresden mit dem Thema. Der Ratsvorsitzende der EKD, Bischof Wolfgang Huber, kritisierte deutlich fundamentalchristliche Positionen, die Schöpfung habe sich so ereignet wie in der Bibel beschrieben. Glaube und Wissenschaft könnten nicht gegeneinander ausgespielt werden, wie dies unter den Begriffen “Kreationismus” oder “Intelligent Design” geschehe. “Dabei wird mit biblischen Texten in einer Weise umgegangen, als habe es die Entwicklung der Theologie insbesondere in ihrer durch die Reformation angestoßenen wissenschaftlichen Gestalt nie gegeben”, so Huber laut dem christlichen Medienmagazin “Pro“. Die biblischen Schöpfungsberichte könnten nicht zu einer “quasiwissenschaftlichen Welterklärungstheorie” gemacht werden.
Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat sich jetzt in die Diskussion eingeschaltet. Die biblische Schöpfungslehre, so Jörg Hinrich Hacker, Vize-Präsident der DFG und und Molekular- und Infektionsbiologe an der Universität Würzburg in einem Kommentar für “DFG Forschung“, habe im Biologieunterricht einfach nichts zu suchen.
14.11.2007 bei 18:45
Hi Volker,
schön, dass Du dieses Blog machst! Viel Erfolg und viele Leser.
Torsten