In Schweizer Schulen sollen Evolution und Schöpfung gleichberechtigt gelehrt werden. Das wünschen sich angeblich über 80 Prozent aller Schweizer. Doch wie aussagekräftig ist eine solche Meldung?
Zwischen dem 9. und 12. Juli 2007 wurde an 1100 Schweizerinnen und Schweizer im Alter von 15 bis 74 Jahren folgende Frage gestellt: Was soll Ihrer Meinung nach im Biologie-Unterricht betreffend Herkunft des Lebens in den Schulen gelehrt werden? Durchgeführt wurde die Studie von dem renommierte Forschungsinstitut IHA-GfK im Auftrag des Vereins ProGenesis. Das Ergebnis stimmt nachdenklich: Danach stimmten die Befragten folgendermaßen ab:
a) Nur Evolution 215 (19,6%)
b) Nur Schöpfung 53 (4,8%)
c) Beides gleichberechtigt 831 (75,6%)
Allerdings: ganz so dramatisch ist die Sache nun doch nicht. Nach Auskunft der GfK war die Umfrage ein sogenannter “Omnibus”. Auftraggeber aus verschiedensten Bereichen können sich dabei mit ihren individuellen Fragebögen zu einer Gesamtstudie zusammenfinden. Der Vorteil für den Auftraggeber: Die Fixkosten - die einen großen Anteil an den Gesamtkosten darstellen - werden geteilt. Der Nachteil für das Ergebnis: Die Befragten springen von Thema zu Thema, können sich also gedanklich gar nicht auf die entsprechenden Themen einlassen. Sie antworten eher aus dem Impuls heraus, als dass die Solche Umfragen sind also weniger aussagekräftig, zumal meist auf ein ausgefeiltes Instrumentarium von Kontrollfragen verzichtet wird.
Fazit: Die ermittelten Umfragewerte stimmen. Wie genau sie allerdings tatsächlich die Ansichten der Befragten wiedergeben, bleibt offen.