Usshers Basis

Der irische Bischof James Ussher hat es bereits Mitte des 17. Jahrhunderts ausgerechnet: Die Welt wurde am 23. Oktober 4004 vor Christus erschaffen. Um 9 Uhr morgens, um präzise zu sein.

Usshers Berechnung stützt sich auf die Stammbäume der Bibel-Protagonisten. Sie wissen schon: Kains Weib gebar den Henoch. Dem Henoch wurde Irad geboren. Irad zeugte Mechujael, Mechujael zeugte Metuschael, und Metuschael zeugte Lamech. Und so weiter und so fort. Auf diese Weise den Anbeginn der Welt zu datieren, zeugt von einer entwaffnenden Rationalität und stellt zumindest eine beachtliche Fleißarbeit dar. Doch auf welche “Tatsachen” stützt sie sich?

Wer sich auch heute noch an Ussher halten will, mag das als Privatmann oder -frau gerne tun, meint Peter Monnerjahn im Magazin Technology Review. Eine moderne Gesellschaft, in der eine Bildungsministerin die “Schöpfungslehre” gleichberechtigt neben die “Evolutionslehre” stellen wolle, grabe sich jedoch ihr eigenes Grab. “Was wir brauchen, ist wissenschaftliche Bildung, die auch zu ihrer Anwendung befähigt.”

Antwort schreiben