Thomas Metzinger lehrt Philosophie an der Universität Mainz. In der aktuellen “Zeit” erläutert er in einem Interview, warum man keine Seele braucht, um den Menschen erklären zu können und warum er die gegenwärtige Rückwendung zum Religiösen für gefährlich hält. Zitat: “Wir müssen die Werte der Aufklärung verteidigen. Ich sehe eine Gefahr der Flucht in den Fundamentalismus. Die naturalistische Wende könnte eine Welle der Desäkularisierung, der Gegenaufklärung antreiben. Amerika haben wir schon verloren, ich denke, das ist eigentlich kein westliches Land mehr. Als ich in China einen Vortrag über Neuroethik und Bewusstseinskultur gehalten habe, hat man mich dagegen ausgelacht: »Junge, das ist ein Problem, das nur ihr im Westen habt. Ihr hattet damals schon Theater mit Darwin und der Kirche – wir fanden es einfach interessant, dass wir von Affen abstammen.« Dort gibt es anscheinend keinen kulturellen Widerstand gegen ein neurowissenschaftliches Menschenbild.”
Liest man die Kommentare zu dem Interview, merkt man: Der Mann hat Recht!